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Nachtaufnahmen sind trotz zunehmender Verbreitung aus meiner Sicht immer noch eine gute Möglichkeit überraschende Effekte mit fotografischen Mitteln zu erzielen. Es ist immer wieder verblüffend, wie unscheinbare Orte nachts zu neuen Leben erwachen und ich bin oft selbst von dem Ergebnis überrascht, das nach der Belichtung auf meinem Kameradisplay aufleuchtet.
In diesem Zusammenhang möchte ich allen Fotointeressierten einen kleinen Tipp geben, der die Wirkung der eigenen Bilder entscheidend beeinflussen wird (…und den vielleicht noch nicht jeder kennt). Der Zusammenhang zwischen der verwendeten Blendeneinstellung und der Schärfentiefe einer Aufnahme ist sicherlich den meisten bekannt. Darüber hinaus hat die Wahl der Blende aber noch eine weitere Auswirkung auf das Aufnahmeergebnis. Insbesondere bei Nachtaufnahmen ist die Größe der Blendenöffnung für die Darstellung der Lichtquellen verantwortlich und bestimmt somit maßgeblich die Wirkung des Bildes auf den Betrachter.
Anbei zwei Beispielaufnahmen, die dieses Zusammenhang verdeutlichen sollten:
Die beiden Aufnahmen zeigen zwei typische Hafenszenen. Beide Bilder unterscheidet neben der Wahl des Motivs, die bei der Umsetzung eingestellte Blende. Wenn man beide Fotos näher betrachtet, stellt man fest, dass die Abbildung der Scheinwerfer (Lichter) grundlegend unterschiedlich ausfällt. Bild 1) wurde mit einer eher geschlossenen Blende fotografiert (große Blendenzahl – hier f11). Diese führt zu einer sternförmige Abbildung der Beleuchtung. Bei der Realisierung von Bild 2) wurde mit einer eher offenen Blende gearbeitet (hier f5.6). Die Lichter fressen aus und zeigen keinerlei Konturen.
Ich führe meine Teil bevorzuge den Effekt von Bild 1). Die Lichter zeigen sternförmige Konturen und das Bild wirkt harmonischer. Wer diesen Effekt erzielen will, sollte mit geschlossener Blende arbeiten. Der Effekt tritt etwa bei Blende 11 auf (besser f16). Alle Blendeneinstellungen kleiner f11 (Blendenzahl) führen zu den in Bild 2) dargestellten Ergebnissen. Je offener die Blende (kleine Blendenzahl) je stärker der Effekt.
Ein Nachteil bei der Realisierung von Nachtaufnahmen mit geschlossener Blende sind die langen Belichtungszeiten. Die Möglichkeit diese durch Erhöhung der ISO-Zahl zu verkürzen ist sicherlich nicht die optimale Lösung, da zunehmendes Bildrauschen die Folge ist. Somit bleibt oft nur die Möglichkeit in den so genannten BULB-Modus der Kamera zu schalten, denn die längste einstellbare Belichtungszeit ist bei den meistens Kameras auf 30 Sekunde beschränkt und somit oft nicht ausreichend. Mit einem entsprechenden Fernauslöser ist die Problematik besser in den Griff zu bekommen. Allerdings ist die Belichtungszeit dann manuell zu überwachen.
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